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Vector Nicrhenus 2026: Wenn nach dem Unwetter alles gleichzeitig passiert

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon THW Heilbronn

Über 100 Ein­satzkräfte übten in Heil­bronn gemeinsam meh­rere kom­plexe Ein­satz­lagen

Eine Gewit­ter­linie zieht über die Region. Stark­regen pras­selt auf die Stadt und Teile des Land­kreises Heil­bronn, orkan­ar­tige Windböen reißen an Bäumen und Gebäuden, Blitze schlagen ein. Inner­halb kurzer Zeit ent­stehen Über­flu­tungen, Schäden an Infra­struktur und Baum­beständen, dazu kommen Hang­rut­schungen und zahl­reiche Ein­satz­stellen. So begann das ange­nom­mene Sze­nario der Großübung „Vector Nicr­henus 2026“. Die Wet­ter­lage hatte sich zwar inzwi­schen beru­higt, doch die Folgen waren noch lange nicht abge­ar­beitet. Für die Ein­satzkräfte bedeu­tete das: meh­rere Lagen gleich­zeitig, unter­schied­liche Gefahren und viele Auf­gaben, die nur gemeinsam gelöst werden konnten. Ins­ge­samt waren über 100 Ein­satzkräfte an der Übung betei­ligt. Ergänzt wurde das Übungs­ge­schehen durch Übungs­be­ob­achter sowie die THW Regio­nal­stelle Heil­bronn, die die Abläufe beglei­teten. Der THW Orts­ver­band Heil­bronn war Aus­richter der Übung und sorgte mit Bereit­stel­lungs­raum, Unter­kunft und Ver­pfle­gung dafür, dass auch die Rah­men­be­din­gungen für die ein­ge­setzten Kräfte stimmten.

Der Auf­takt im Bereit­stel­lungs­raum

Bereits am Frei­tag­abend reisten die Ein­heiten im Bereit­stel­lungs­raum beim THW Orts­ver­band Heil­bronn an. Dort wurden die Kräfte auf­ge­nommen, sam­melten sich mit ihren Fahr­zeugen und konnten sich auf die bevor­ste­hende Übung vor­be­reiten.
Der offi­zi­elle Start folgte am Sams­tag­morgen. Thomas Klopp­holz, Orts­be­auf­tragter des THW Orts­ver­bandes Heil­bronn, begrüßte die teil­neh­menden Ein­satzkräfte und gab den Auf­takt für den Übungstag. Anschließend folgte die Ver­tei­lung auf die ver­schie­denen Übungs­be­reiche.Die Führung der Ein­satz­ab­schnitte über­nahm im wei­teren Ver­lauf der Fachzug Führung/Kom­mu­ni­ka­tion des THW Orts­ver­bandes Heil­bronn. Von dort aus wurden die ein­ge­henden Infor­ma­tionen zusam­mengeführt, die ein­ge­setzten Kräfte koor­di­niert und die Ver­bin­dung zu den ein­zelnen Übungs­be­rei­chen gehalten.
Schon zu diesem Zeit­punkt wurde deut­lich: Diese Übung würde nicht nur Technik for­dern, son­dern auch Abstim­mung, Führung und Zusam­men­ar­beit.
Für zusätzliche Realitätsnähe sorgten die Ver­letz­ten­dar­steller, gespielt von einer Live-Action-Rol­len­spiel (LARP) Gruppe, den Reser­visten aus Heil­bronn und Mit­glie­dern des DLRG. Sie wurden pas­send zu den jewei­ligen Übungs­lagen rea­lis­tisch geschminkt und spielten ihre Ver­let­zungen auch während der Ret­tung glaubwürdig weiter. Dadurch mussten die Ein­satzkräfte nicht nur tech­nisch sauber arbeiten, son­dern auch auf dar­ge­stellte Schmerzen, Reak­tionen und Stress­si­tua­tionen ein­gehen.

Ver­puf­fung in einem Hal­lenbad

Rauch, Atem­schutz und meh­rere ver­misste Per­sonen: Bei der ersten Lage wurde eine Ver­puf­fung in einem Hal­lenbad ange­nommen. Gemeinsam mit der Feu­er­wehr Schwai­gern, die für die Brandbekämpfung zuständig war, wurde das Gebäude durch­sucht.
In gemischten Atem­schutz­trupps gingen Feu­er­wehr und THW gemeinsam vor. Raum für Raum musste kon­trol­liert werden. Wo befinden sich ver­letzte Per­sonen? Welche Bereiche sind bereits abge­sucht? Wo ist der sichere Weg nach draußen?
Nach dem Auf­finden der Ver­letzten wurden diese aus dem Gefah­ren­be­reich gerettet und an die wei­teren Kräfte überg­eben. Gerade diese Lage zeigte, wie wichtig ein gemein­sames Vor­gehen sind, wenn meh­rere Orga­ni­sa­tionen gleich­zeitig in einem Gebäude arbeiten.

Ret­tung aus einem Schiff

Ein völlig anderes Bild bot sich auf dem Wasser. Dort musste die Ret­tung meh­rerer Per­sonen aus einem beschädigten Schiff geübt werden. Gemeinsam mit der DLRG und der Was­ser­schutz­po­lizei wurden die Ver­letzten aus dem Schiff gerettet und anschließend mit Booten zur Sam­mel­stelle gebracht. Gleich­zeitig ent­wi­ckelte sich eine wei­tere Her­aus­for­de­rung: Im Übungs­sze­nario trat Kraft­stoff aus dem Schiff aus. Die Feu­er­wehr Heil­bronn brachte des­halb eine Ölsperre auf dem Wasser aus, um eine wei­tere Aus­brei­tung zu ver­hin­dern.

Verschütteter Tunnel

Tech­nisch beson­ders anspruchs­voll wurde es bei einem imaginären verschütteten Tunnel im Stein­bruch. Große Steine und Geröll ver­sperrten den Bereich. Der Tunnel musste wieder zugänglich gemacht und das Mate­rial kon­trol­liert ent­fernt werden.
Dafür wurden größere Gesteins­bro­cken durch gezielte Spren­gungen zer­klei­nert. Erst danach konnten Räumgeräte das gelöste Mate­rial auf­nehmen und aus dem Tun­nel­be­reich abtrans­por­tieren. Diese Lage ver­langte viel Koor­di­na­tion. Spreng­ar­beiten, Sicher­heitsabstände, Räumgeräte und Führung mussten sauber inein­an­der­greifen. Jeder Schritt musste sitzen, bevor der nächste folgen konnte. Die Übung machte deut­lich, wie wert­voll spe­zia­li­sierte Fähig­keiten im THW sind, wenn schwere Technik und beson­dere Ver­fahren zusam­men­kommen.

Viele Auf­gaben, ein gemein­sames Ziel

Die Übung „Vector Nicr­henus 2026“ zeigte ein­drucks­voll, wie schnell nach einem schweren Unwetter viele unter­schied­liche Ein­satz­lagen gleich­zeitig ent­stehen können. Während an einer Stelle Men­schen unter Atem­schutz gerettet wurden, mussten andern­orts Ver­letzte über das Wasser trans­por­tiert und an einer wei­teren Lage ein verschütteter Tunnel geräumt werden.
Im Mit­tel­punkt stand dabei nicht nur die tech­ni­sche Arbeit. Ent­schei­dend war vor allem das Zusam­men­spiel der Orga­ni­sa­tionen. Feu­er­wehr, THW, DLRG und Was­ser­schutz­po­lizei brachten ihre jewei­ligen Fähig­keiten ein und arbei­teten eng zusammen. Auch die Arbeit im Hin­ter­grund war ein wich­tiger Teil des Übungs­er­folgs. Bereit­stel­lungs­raum, Unter­kunft, Ver­pfle­gung, Beob­ach­tung und Orga­ni­sa­tion sorgten dafür, dass die Ein­satzkräfte ihre Auf­gaben kon­zen­triert und struk­tu­riert abar­beiten konnten.

Betei­ligte Kräfte und Orga­ni­sa­tionen

An der Übung waren über 100 Ein­satzkräfte betei­ligt. Zusätzlich waren wei­tere Kräfte und Funk­tionen in Orga­ni­sa­tion, Beob­ach­tung, Unter­kunft und Ver­pfle­gung ein­ge­bunden.

Betei­ligt waren:
THW Orts­ver­band Waghäusel, THW Orts­ver­band Neun­kir­chen (Baden), THW Orts­ver­band Ober­hausen-Rhein­hausen,THW Orts­ver­band Heil­bronn, THW Regio­nal­stelle Heil­bronn, Feu­er­wehr Schwai­gern, Feu­er­wehr Heil­bronn, DLRG, Was­ser­schutz­po­lizei

Aus­richter der Übung war der THW Orts­ver­band Heil­bronn.