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Tag der Berufsfeuerwehr für Kinder gibt in Wollenberg interessante Einblicke in die Arbeit der Retter

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

Berufs­feu­er­wehrtag, Tag der offenen Tür und Schauübung. Am Samstag war bei der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau, Abtei­lung Wol­len­berg, viel geboten. „Dies ist unser Dan­keschön an die Ein­wohner“, erklärt Abtei­lungs­kom­man­dant Patrick Wagner. „Bei uns gibt es noch eine Sirene auf dem Dach des Feu­er­wehr­hauses. Inso­fern bekommt es die Bevölke­rung auch nachts mit, wenn wir alar­miert werden.“ Für die Nach­sicht und Geduld der Wol­len­berger wollten die Wehr­leute ein­fach mal Danke sagen.

Neben einem Rund­gang durch das Feu­er­wehr­haus, das die Ret­tungskräfte mit viel Eigen­leis­tung auf Vor­der­mann gebracht haben und es in Schuss halten, gab es eine kleine Brand­schutz­er­zie­hung. „Jeder, der möchte, darf sich auch unser Fahr­zeug anschauen, und wir werden auch kleine Rund­fahrten machen.“ Vor allem die jungen Besu­cher waren davon begeis­tert und hatten im Nu Platz in der Kabine genommen. Mit strah­lenden Augen stiegen sie nach der Tour durch die Ort­schaft wieder aus.

Doch auch manch Erwach­sener war angetan. „Schon inter­es­sant, was die Feu­er­wehr so macht“, stellte einer der Besu­cher nach dem Rund­gang. Er könne sich durchaus vor­stellen, einmal mit­zu­ma­chen. Dagegen hätten die Wol­len­berger nichts, sind sie doch immer auf der Suche nach Unterstützung und Quer­ein­steiger.

Ein­ge­bettet war der Tag der offenen Tür in den Berufs­feu­er­wehrtag für die Jugend­feu­er­wehr. Vier Jungen rückten am Sams­tag­morgen ins Feu­er­wehr­haus ein und bezogen im Bürger­saal im Ver­wal­tungs­trakt ihren Schlaf­raum. Auf Feld­betten ver­brachten sie die Nacht zum Sonntag. Aller­dings war die Nacht­ruhe nicht ungestört: Kurz vor Mit­ter­nacht riss die Sirene die Buben aus dem Schlaf. „Wir wollen den Tag so rea­lis­tisch wie möglich gestalten“, erklärte Wagner. „Aller­dings ver­zichten wir auf die öffent­liche Sirene, Mar­tins­horn und Blau­licht, denn wir wollen keinen zusätzli­chen Stress erzeugen – weder bei den Jungen noch bei den Betreuern.“ Dass den Buben das Erlebnis Spaß machte, daran gab es keinen Zweifel. Wagner: „Wir haben das vor zwei Jahren, als ich selbst noch Jugend­leiter war, schon mal gemacht. Schon letztes Jahr haben die Jugend­li­chen immer wieder gefragt, ob wir das wie­der­holen.“ Aller­dings sei der Auf­wand sehr hoch. „Des­halb haben wir sie auf dieses Jahr vertröstet.“

Jugend­liche sind zwar bei den Übungen im Res­sort Mitte dabei, doch in Wol­len­berg werden zusätzlich noch eigene Übungen durchgeführt. Auch, weil die Abtei­lung ein soge­nanntes Mitt­leres Löschfahr­zeug (MLF) hat, über das die anderen Abtei­lungen nicht verfügen. Wie ver­traut die vier Jungen dank sol­cher Übungen mit dem Fahr­zeug sind, konnten sie bei der Schauübungen unter Beweis stellen.

Als sich die Besu­cher gemütlich auf den Bänken nie­der­ge­lassen hatten und sich Kinder die Zeit in der Hüpfburg, beim Fußball oder Kegel­spritzen ver­trieben, schallte es ohrenbetäubend über das Gelände: Ein­satz für die Retter! Eine Person, so die Annahme bei der Schauübung, war abgestürzt und musste pati­en­ten­ge­recht gerettet werden, außerdem galt es, einen Brand zu löschen. Unterstützt von ihren Betreuern, meis­terten die Jugend­li­chen ihre Auf­gaben souverän. Schnell wurde die Leiter vom Dach des Feu­er­wehr­fahr­zeugs abge­laden und so am Hang plat­ziert, dass zwei Nach­wuchskräfte schnell zu dem Unfall­opfer gelangen konnten. Dort ange­kommen, wurden seine Vital­pa­ra­meter überprüft, dann wurde die Ret­tung in die Wege geleitet. Der Gestürzte wurde vor­sichtig auf das Spi­ne­board gela­gert, ange­schnallt und über die Leiter auf die Straße gezogen. Während zwei der älteren Jungen sich um den Ver­un­fallten kümmerten, löschten die beiden Jüngeren einen Klein­brand. Und wie bei einem wirk­li­chen Feuer kam Wagner mit der Wärme­bild­ka­mera und zeigte den Jungen, wie man damit umgeht, um even­tu­elle Glut­nester auf­zuspüren. Die waren dann auch schnell abgelöscht.

Nach­wuchs­ar­beit
Ins­ge­samt gehören fünf Jungen und ein Mädchen der Jugend­ab­tei­lung in Wol­len­berg an. Patrick Wagner berichtet: „Anfang 2026 wird ein wei­teres Mädchen, die Schwester eines der Buben ist, alt genug, um Mit­glied zu werden.“ Zwi­schen elf und 15 Jahre sind die sechs Jugend­li­chen alt. „Im ver­gan­genen Jahr haben wir es zum ersten Mal geschafft, drei Jugend­liche in die Ein­satz­ab­tei­lung zu über­nehmen.“

Ins­ge­samt hat die Feu­er­wehr Bad Rap­penau 119 Mit­glieder, wobei 61 zum Res­sort Süd und 58 zum Res­sort Mitte gehören. Das Res­sort­mo­dell wurde vor einigen Jahren eingeführt, um Jugend­liche alters­ge­recht an die Ein­satz­ab­tei­lungen her­anzuführen.