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Neubau der Feuerwehr Herbolzheim startet: Darum muss das Magazin in der Gernstraße weichen

Neudenauvon Ute Plückthun, HSt

Neubau der Feu­er­wehr­ab­tei­lung Her­bolz­heim soll im zweiten Halb­jahr 2027 bezugs­fertig sein. Schlechter Bau­grund nahe Jagst macht Pfähle nötig.

ür Bürger­meister Jochen Hoffer ist der Neubau, den die Feu­er­wehr­ab­tei­lung Her­bolz­heim am Orts­aus­gang Rich­tung Unter­gries­heim erhält, etwas Beson­deres: „Das erste größere Bau­pro­jekt, das ich als Bürger­meister von Anfang an begleite“, betonte er beim Spa­ten­stich.

Ein aufwändiges, aber unumgängli­ches Vor­haben, das vor­aus­sicht­lich 4,5 Mil­lionen Euro kosten wird und die Stadt schon seit fast zwei­ein­halb Jahren beschäftigt. Nachdem die Firma Richard Schulz mit der Ver­le­gung von Rohren für Wasser und Abwasser so gut wie fertig ist, sollen in den kom­menden zwei Wochen erste sicht­bare Verände­rungen ein­treten. Im zweiten Halb­jahr 2027 soll das Gebäude bezugs­fertig sein.

Mach­bar­keits­studie nimmt Gefälle in Fokus

Der Feu­er­wehr­be­darfs­plan hatte im Oktober 2024 unter­mauert, was eigent­lich längst klar war. Das seit­he­rige Feu­er­wehr­ma­gazin ist zu beengt, ent­spricht nicht mehr den gel­tenden Richt­li­nien und lässt sich am Standort in der Gern­straße 4 auch nicht umbauen. Des­halb hatte die Stadt bereits einige Monate vorher eine Mach­bar­keits­studie in Auf­trag gegeben, ob sich das enge und lang­ge­zo­gene Grundstück mit einer Fläche von 1600 Qua­drat­me­tern und deut­li­chem Gefälle zwi­schen Lan­des­straße und Radweg über­haupt eignet.

„Am 23. April 2024 haben wir im Gemein­derat kund­getan, dass es geht“, erin­nerte der Rat­haus­chef zugleich an den EU-weiten Start der Ver­gabe. Im Oktober 2024 sei das Archi­tek­turbüro Grups aus Nie­der­stetten mit der Gebäude­pla­nung beauf­tragt worden. Hoffer nannte wei­tere Schritte, unter anderem Zuschuss­anträge, Zustim­mung zur Ent­wurfs­pla­nung, Abstim­mung mit Land­ratsamt und Regie­rungspräsidium, im Januar 2026 der Sat­zungs­be­schluss für den Bebau­ungs­plan mit äußerer Erschließung sowie schließlich im Juni 2026 die Ver­gabe des ersten Aus­schrei­bungs­pa­kets.

Förder­summe noch offen

Rund 300.000 Euro haben die Anschlüsse für Wasser und Abwasser gekostet. 4,1 Mil­lionen Euro werden für das Gebäude mit einer Nutzfläche von 540 Qua­drat­me­tern laut Kos­ten­be­rech­nung fällig. An Zuwen­dungen für das Feu­er­wehr­wesen gibt es 350.000 Euro sowie 40.000 Euro für die Netz­er­satz­an­lage. 200.000 Euro kommen aus dem Aus­gleichs­stock. Wie viel aus der KfW-40-Förde­rung zu erwarten ist, steht noch aus.

Ein Gebäude mit gere­gelter Ein- und Aus­fahrt, aus­rei­chend Pkw-Stellplätzen, Fahr­zeug­halle mit drei Toren, Kom­man­danten- und Funk­raum sowie Herren- und Damen­um­kleiden wird es auf Erd­ge­schoss­ebene geben. In dem Bereich, in dem das Gebäude dop­pel­ge­schossig ist, wird im Sockel­ge­schoss am abter­ras­sierten Hang ein Seminar- und Mann­schafts­raum mit Aus­rich­tung zum Radweg ein­ge­plant. Dass der ober­ir­disch sicht­bare Teil in Holz­bau­weise gestaltet wird, hob Hoffer lobend hervor.

Archi­tekt Rafael Grups führte den schlechten Bau­grund durch die Nähe zur Jagst an. Des­halb müsse man neben Stützmauern mit bis zu 15 Bohrpfählen arbeiten. „Sie kommen sechs bis acht Meter in die Tiefe“, führte er zur Sta­bi­li­sie­rung des Gebäudes aus. Nach diesen grund­le­genden Arbeiten werde Ende des Jahres mit dem Hochbau begonnen.

Opti­mismus ließ Orts­vor­steher Ben­jamin Men­stell vor vielen anwe­senden Feu­er­wehr­leuten anklingen. In Ver­bin­dung mit ein biss­chen Wehmut. Das 40 Jahre alte Feu­er­wehr­ma­gazin sei mit Herz­blut und gemein­schaft­lich errichtet worden. Das seien „vier Jahr­zehnte Heimat“, räumte er ein. Zugleich betonte er: „Mit dem Neubau wird der Grund­stein für die nächste Gene­ra­tion gelegt, damit das Gemein­schafts­werk fortgeführt werden kann.“