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Landkreis stärkt Bevölkerungsschutz

Landkreis Heilbronnvon Pressestelle Landratsamt Heilbronn

Neue Ein­heiten, bes­sere Koor­di­na­tion und Koope­ra­tion

Beim Bevölke­rungs­schutztag des Land­kreises Heil­bronn am Samstag, 12. Sep­tember, in Neckar­sulm hat Landrat Nor­bert Heuser zen­trale Maßnahmen zur Stärkung der Krisen- und Kata­stro­phenbewälti­gung vor­ge­stellt. Im Mit­tel­punkt stehen die neuen Großschaden-Ergänzungs­ein­heiten (GSE), die nun land­kreis­weit gebündelte Psy­cho­so­ziale Not­fall­ver­sor­gung (PSNV) sowie ein­heit­liche Kri­sen­ma­nage­ment-Pläne für alle 46 Kom­munen im Falle großflächiger Strom­ausfälle.

Ange­sichts zuneh­mender hybrider Bedro­hungen und der Folgen des Kli­ma­wan­dels betonte Heuser die wach­senden Anfor­de­rungen an den Bevölke­rungs­schutz: „Es ist nicht die Frage, ob etwas pas­siert, son­dern wann und wie. Scha­dens­lagen werden größer, kom­plexer und dyna­mi­scher. Darauf müssen wir vor­be­reitet sein.“ Der Land­kreis habe daher auf Basis einer umfas­senden Risi­ko­be­trach­tung – auch als Kon­se­quenz aus den Lehren der Ahrtal-Kata­strophe – gezielt Struk­turen, Ausrüstung und Zusam­men­ar­beit wei­ter­ent­wi­ckelt.

Ergänzung auf inter­kom­mu­naler Ebene

Die neuen Großschaden-Ergänzungs­ein­heiten sind als inter­kom­mu­nale und orga­ni­sa­tionsüberg­rei­fende Ergänzungs­struktur ange­legt: Feu­er­wehren, Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen und die Was­ser­ret­tung arbeiten in mul­ti­funk­tio­nalen Ein­heiten zusammen, die bei größeren, par­allel ver­lau­fenden Scha­dens­er­eig­nissen zusätzliche Kräfte, Fahr­zeuge und spe­zi­elle Fähig­keiten bereit­stellen. Damit stärken sie die örtliche Gefah­ren­ab­wehr. Der Land­kreis inves­tiert hierfür rund drei Mil­lionen Euro, das Land betei­ligt sich mit 476.000 Euro.

Die GSE zählen zu den ersten Ein­heiten dieser Art in Baden-Württem­berg und unter­strei­chen die Vor­rei­ter­rolle des Land­kreises Heil­bronn. Beim Bevölke­rungs­schutztag wurden die Ein­heiten fach­lich erläutert und erst­mals in voller Stärke präsen­tiert.

Mit der PSNV-Gruppe Heil­bronn werden rund 60 spe­ziell aus­ge­bil­dete Fachkräfte unter einem gemein­samen Dach zusam­mengeführt und durch die Kata­stro­phen­schutzbehörde koor­di­niert. Bisher getrennt agie­rende Akteure – dar­unter die ökume­ni­sche Not­fall­seel­sorge, das Deut­sche Rote Kreuz und der Arbeiter-Sama­riter-Bund – werden inte­griert, um ein­heit­liche Ansprech­wege, eine ver­bes­serte Koor­di­na­tion und eine höhere Qualität der Hilfe sicher­zu­stellen. Finan­ziert von Stadt und Land­kreis, hat die Struktur Pilot­cha­rakter in Baden-Württem­berg und macht deut­lich, dass Bevölke­rungs­schutz mehr ist als tech­ni­sche Gefah­ren­ab­wehr. „Nicht jede Ver­let­zung ist sichtbar. Psy­chi­sche Belas­tungen können lange nach­wirken – wir lassen die Men­schen damit nicht allein“, unter­strich Heuser.

In Zusam­men­ar­beit mit der KomRe AG wurden über­dies für alle Städte und Gemeinden stan­dar­di­sierte Kri­sen­ma­nage­ment-Pläne für den Fall eines großflächigen Strom­aus­falls erar­beitet. Sie bieten kon­krete Check­listen und Hand­lungs­emp­feh­lungen und dienen zugleich als Blau­pause für andere Kri­sen­lagen. Durch land­kreis­weit ein­heit­lich gere­gelte Rollen, Abläufe und Schnitt­stellen wird die Zusam­men­ar­beit auf kom­mu­naler Ebene und mit dem Land­ratsamt erleich­tert. Die untere Kata­stro­phen­schutzbehörde erhält durch die Zusam­menführung der 46 Ein­zelpläne erst­mals einen umfas­senden Über­blick über Struk­turen und Res­sourcen im Land­kreis. Die Pläne wurden zen­tral durch das Land­ratsamt finan­ziert. Nächster Schritt ist es, sie vor Ort mit Leben zu füllen.

Gemein­schafts­auf­gabe mit klarer Per­spek­tive

Landrat Heuser dankte den ehren­amt­li­chen und haupt­amt­li­chen Kräften in Feu­er­wehren, Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen, Polizei, THW, Was­ser­ret­tung, PSNV sowie den Kom­munen und poli­ti­schen Gre­mien für die enge Zusam­men­ar­beit und Unterstützung. „Bevölke­rungs­schutz ist eine Gemein­schafts­auf­gabe. Er funk­tio­niert, wenn Men­schen Ver­ant­wor­tung über­nehmen, Orga­ni­sa­tionen verlässlich zusam­men­ar­beiten und jeder weiß, was zu tun ist und was zur Verfügung steht.“ Zugleich warb Heuser für mehr gesell­schaft­liche Kri­sen­re­si­lienz: Eigen­vor­sorge nach den Emp­feh­lungen des BBK, die Nut­zung von Warn- und Infor­ma­ti­onskanälen wie NINA und dem WhatsApp-Kanal „Land­kreis Heil­bronn“ sowie die Bereit­schaft, im Ernst­fall mit­zu­wirken. Abso­lute Sicher­heit gebe es nicht; ent­schei­dend sei eine robuste Vor­be­rei­tung, schnelle Reak­ti­onsfähig­keit und längere Hand­lungsfähig­keit im Kri­sen­fall.