QR-Code zur Seite

Heilbronn plant neue Feuerwehr-Hauptwache: Welche Standorte zur Auswahl stehen

Heilbronnvon Stephan Sonntag, HSt

Der Gemein­derat bil­ligt den Feu­er­wehr­be­darfs­plan mit 21 Ein­zelmaßnahmen. Der Bau einer neuen Haupt­wache für die Berufs­feu­er­wehr wird ein Mil­lionen-Pro­jekt. Die Stand­ort­frage soll noch dieses Jahr geklärt werden.

Ein Satz lässt beson­ders auf­hor­chen: „Am gemein­samen Standort der Berufs­feu­er­wehr, der Leit­stelle und der Ein­heit Innen­stadt bestehen umfang­reiche bau­liche, funk­tio­nale und kapa­zi­tive Defi­zite.“ Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt ein Gut­achten der Lülf+Sicher­heits­be­ra­tung GmbH. Die Firma aus dem nord­rhein-westfälischen Viersen war von der Stadt Heil­bronn damit beauf­tragt worden, den Feu­er­wehr­be­darfs­plan fortzuführen. 21 Ein­zelmaßnahmen haben die Gefah­ren­ab­wehr­be­rater auf­ge­listet, um diese Defi­zite zu besei­tigen.

Frei­wil­lige Feu­er­wehr könnte in der Heil­bronner Beet­ho­ven­straße bleiben

„Wir werden einen langen Atem brau­chen, um all diese Maßnahmen umzu­setzen“, sagte Oberbürger­meister Harry Mergel bei der Gemein­de­rats­sit­zung am Don­nerstag. Und sehr viel Geld, lässt sich gleich hinzufügen. Denn bereits die erste und wich­tigste Maßnahme wird viele Mil­lionen ver­schlingen: der Neubau einer Haupt­wache für die Berufs­feu­er­wehr.

Seit 1959 steht die in der Heil­bronner Beet­ho­ven­straße. „Das Gebäude platzt aus allen Nähten“, hatte Feu­er­wehr­kom­man­dant Fabian Müller bereits im April 2024 im Stimme-Inter­view betont und einen Neubau bis zum Jahr 2035 als rea­lis­ti­sches Sze­nario genannt. Vier mögliche Stand­orte wurden im Rahmen des Gut­ach­tens geprüft. Zur Dis­po­si­tion stehen die Saarbrückener Straße (B39) in Rich­tung Fran­ken­bach, das Areal um das Freibad Gesund­brunnen zwi­schen Neckar­talstraße und Römer­straße, sowie die The­re­si­en­straße (am Fran­ken­sta­dion) bezie­hungs­weise die The­re­si­en­wiese. Die Haupt­feu­er­wache in der Beet­ho­ven­straße könnte als reiner Standort der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr erhalten bleiben.

„Noch ist keine Ent­schei­dung für einen neuen Standort gefallen“, heißt es in der offi­zi­ellen Erklärung der Stadt zu dem Thema. Eine Fest­le­gung soll aber noch im Laufe des Jahres nach einer Klau­sur­ta­gung des Gemein­de­rats erfolgen. Im Gut­achten wird ein Standort in der Saarbrücker Straße aller­dings bereits als „für die Berufs­feu­er­wehr nicht geeignet“ bezeichnet.

Einige Ein­satz­stellen werden aktuell nicht in den vor­ge­ge­benen Zeiten erreicht

Ein ent­schei­dender Aspekt bei der Wahl des rich­tigen Stand­orts ist die Frage, ob von dort aus die Ein­satz­stellen in den vor­ge­ge­benen Zeit-Kor­ri­doren erreicht werden können. In dieser Hin­sicht bestehen aktuell eben­falls Defi­zite. Der Stadt­teil Fran­ken­bach sowie das Indus­trie­ge­biet Böllinger Höfe und der nördliche Teil des Indus­trie­ge­biets am Neckar können laut des Gut­ach­tens in den vor­ge­ge­benen zehn Minuten nicht erreicht werden.

In Sachen Per­sonal, Fahr­zeuge und Technik steht die Feu­er­wehr ins­ge­samt gut da. Mit­tel­fristig sollen aller­dings die Stand­orte der Frei­wil­ligen Feu­er­wehren Fran­ken­bach und Neckar­gartach sowie Hork­heim und Sont­heim jeweils in einem Neubau zusam­men­ge­fasst werden. Mit­tel­fristig bedeutet dabei, dass in den nächsten Jahren das Pro­jekt wenigs­tens ein­ge­leitet werden sollte. Fran­ken­bach und Neckar­gartach sollen am Orts­rand von Fran­ken­bach nördlich der Fran­ken­ba­cher Straße zusam­men­ge­legt werden. Für Sont­heim und Hork­heim ist ein neuer, gemein­samer Standort im Bereich Scho­zach-Süd bei Sont­heim östlich der Neckar­talstraße und west­lich der Lauf­fener Straße ins Auge gefasst worden.

„Wir haben eine attrak­tive und leis­tungsfähige Feu­er­wehr“, betonte Mergel. Diesen Status gelte es für die Zukunft zu erhalten. Der Gemein­derat geneh­migte die Fort­schrei­bung des Feu­er­wehr­be­darfs­planes ein­stimmig.