Am Samstag, den 10.01.2026, fand die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Beilstein statt. Kommandant Kevin Bannasch begrüßte die anwesenden Kameradinnen und Kameraden der Jugend-, Alters- und Einsatzabteilung sowie die Ehrengäste - der stellvertretende Kreisbrandmeister Uwe Thoma, Bürgermeisterin Barbara Schoenfeld sowie den stellvertretenden Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Oberstenfeld.
Einsatzzahlen – weniger Einsätze, dennoch keine Verschnaufpause
Die Freiwillige Feuerwehr Beilstein blickte auf ein durchwachsenes, aber beständiges Jahr 2025 zurück, wie Kommandant Bannasch in seinem Bericht zur Mitgliederentwicklung und in einem Rückblick auf die abgearbeiteten Einsätze darlegte. Mit 68 aktiven Mitgliedern und einem guten Altersdurchschnitt zeigt sich die Wehr mit einer idealen Mischung aus der Erfahrung der „alten Hasen“ und der frischen Einsatzbereitschaft der „jungen Wilden“ gut aufgestellt. Die Altersabteilung bekommt leichten Zuwachs aus der Einsatzabteilung. Die Kinder- und Jugendfeuerwehr wächst wie in den vergangenen Jahren durch ein hervorragendes Engagement der Kinder- und Jugendleiter sowie Betreuerinnen.
Erstmals seit vielen Jahren waren die Einsatzzahlen wieder leicht rückläufig. Mit dem Blick auf die vergangenen Herbst- und Wintermonate kann das zwar nicht bestätigt werden, aber das Jahr 2025 lief für die Einsatzkräfte „ruhig“ an. So gab es bis in den Juni im Schnitt nur zwei Einsätze pro Monat im Vergleich zu dem geschäftigen Dezember, in dem die Kameradinnen und Kameraden vor allem auch über die Weihnachtsfeiertage in 10 Einsätzen gefordert waren. Im Gegensatz zum vorherigen Jahr mussten auch deutlich weniger Brandsicherheitswachdienste durchgeführt werden, da sich das Engagement von Feuerwehr, Stadtverwaltung und den Vereinen, Brandschutzhelfer zu schulen und zu stellen, auszahlte.
Nach wie vor besteht ein großer Teil des Einsatzgeschehens aus der technischen Hilfeleistung (TH) und Umwelteinsätzen mit den „üblichen“ Tätigkeiten wie Türöffnungen, Ölspuren und Windbruch. Zudem kamen 2025 einige Fehlalarme und Tierrettungseinsätze hinzu. Insgesamt konnten neun Personen und fünf Tiere gerettet werden.
In der steigenden Tendenz (gesehen über die letzte Dekade) und der Verlagerung der Einsatzgründe zu den diversen Hilfeleistungen sieht Kommandant Bannasch unter anderem die Gründe in einer sich immer stärker entwickelnden „Vollkaskomentalität“ der Gesellschaft. Bürgerinnen und Bürger würden schneller und häufiger die Hilfsorganisationen rufen, da diese in unserem Staat jedem und zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Ohne zu hinterfragen: Was kann ich selbst tun und ist die Feuerwehr die richtige Hilfsorganisation für diese Aufgabe? Immer häufiger wird die Freiwillige Feuerwehr zu sogenannten „Kann-Aufgaben“ alarmiert, z. B. ein entlaufener Hund. Diese Wahrnehmung bestätigte der stellv. Kreisbrandmeister Uwe Thoma auch in seiner Rede.
Allerdings sind wir, die Feuerwehrfrauen und -männer der freiwilligen Feuerwehren, hauptsächlich bei der Feuerwehr, um anderen zu helfen. Sei es Mensch oder Tier, sei es in einer Notfall- oder hilflosen Situation, sei es zur Tages- oder zur Nachtzeit. Deshalb rücken wir trotzdem immer gerne für unsere Mitmenschen aus.
Wenn Sie einen Notfall haben oder sich unsicher sind, ob die Feuerwehr der richtige Partner für eine missliche Lage ist, zögern Sie bitte niemals, die 112 zu wählen!
Wir kommen lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
Übungen – der Schlüssel zur Einsatzroutine und mehr Sicherheit
Ein weiterer wichtiger Baustein ist und war die Aus- und Fortbildung. Gerade bei einer Freiwilligen Feuerwehr sind regelmäßige Übungen entscheidend, um Routine und Sicherheit zu gewinnen. So kamen auch im vergangenen Jahr wieder 2000 Übungsstunden aufsummiert auf alle Einsatzkräfte zusammen. Die Relevanz realitätsnaher Übungen zeigte sich im vergangenen Jahr mehrfach: Ein praktisches Seminar zu den Methoden der Türöffnung fand erfolgreich Anwendung bei mehreren TH-Einsätzen. Die geübte technische Rettung bei Verkehrsunfällen wurde prompt im Ernstfall umgesetzt. Auch die großflächige Ausbildung zu den lebensrettenden Sofortmaßnahmen stärkte die Handlungssicherheit bei medizinischen Notfällen, bei denen die Feuerwehrfrauen und -männer als ersteintreffende Rettungskräfte agierten.
Projekte und zusätzliche Aufgaben – Engagement über die Brandbekämpfung und Rettung hinaus
Neben den Einsätzen standen, wie schon in den Vorjahren auch 2025 zahlreiche zusätzliche Aufgaben auf dem Programm, die die Kameradinnen und Kameraden in ihrer Freizeit bewältigten. Neben stetigen Aufgaben, die die Funktionsträger sowie Gerätewarte und Jugendleiter regelmäßig bearbeiten, gibt es immer wieder kleinere Mannschaftsleistungen. So wurde für unser schönes Feuerwehrfest die Fassade in Eigenleistung gereinigt. Aber auch umfangreichere Projekte werden nicht gescheut: Die EDV-Infrastruktur und Alarmvisualisierung wurden technisch aufgerüstet, die Einführung des Digitalfunks vollständig abgeschlossen und im Feuerwehrhaus eine Führungstafel für größere Lagen installiert. Ein zentrales Projekt war 2025 die Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans, der als strategische Grundlage für die kommenden Jahre dient. Er definiert die Ausrichtung der Feuerwehr und gibt eine Leitlinie für Einsatzmittel und Organisation vor und ermöglicht somit auch eine vorausschauende Haushaltsplanung.
Grußworte der Ehrengäste – gut aufgestellt in herausfordernden Zeiten
Bürgermeisterin Barbara Schoenfeld dankte den Feuerwehrfrauen und -männern für ihr großes Engagement und betonte die Verlässlichkeit der Wehr. Sie sicherte die Unterstützung der Verwaltung bei der Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans zu und hob die hervorragende Zusammenarbeit mit der Führung der Feuerwehr hervor. Besonders würdigte sie die Jugendarbeit als sozialen Beitrag und Fundament für die Einsatzkräfte der Zukunft.
Der stellvertretende Kreisbrandmeister Uwe Thoma begrüßte die Versammlung gut gelaunt und lobte die Schlagkraft und Einsatzbereitschaft der Beilsteiner Wehr. In Zeiten globaler und lokaler Herausforderungen sieht er die Feuerwehren im Landkreis vielseitig gut aufgestellt und spricht ihnen eine zentrale Rolle zum Schutz der Bevölkerung im Katastrophenschutz zu – auch dank der wachsenden interkommunalen Zusammenarbeit und der engagierten jungen Generation. Der Landkreis unterstützt dies durch gemeinsam nutzbare Einsatzmittel und Fahrzeuge, die Entwicklung von Führungsstäben und eine intensive Weiterentwicklung der Aus- und Fortbildung. Als Ausblick erwähnte er die mögliche Erweiterung des Einzugsbereichs der integrierten Leitstelle. Mit einem Schmunzeln schloss er seine Rede: „Was kann es Schöneres geben, als in dem schönen Beilstein zu leben?“
Ehrungen, Beförderungen und Wahlen – eine ehrbare Zeit
Neben Beförderungen für absolvierte Lehrgänge und Zugehörigkeiten wurden zahlreiche Ehrungen ausgesprochen. Für 40 Jahre ehrenamtlichen Dienst erhielten Rainer Heidinger, Günter Lauterwasser und Uwe Herrmann das Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Baden-Württemberg in Gold. Weitere Ehrungen gab es für 15 und 25 Jahre Dienstzeit.
Auch Wahlen standen auf der Tagesordnung: Sven Müller und Mario Senghaas wurden erneut in den Feuerwehrausschuss gewählt, Michael Meyer erhielt erstmals einen Sitz in dem Gremium. Durch den Rücktritt von Simon Gemmrich wurde die Position des stellvertretenden Kommandanten frei. Die Wahl entschied Rebecca Bernet für sich – nach der Genehmigung durch den Gemeinderat übernimmt sie künftig das Amt der stellvertretenden Kommandantin. Herzlichen Glückwunsch!
Die Freiwillige Feuerwehr Beilstein blickt stolz auf das vergangene Jahr zurück und sieht motiviert in die Zukunft – als verlässliche Stütze für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.
Die verlässliche Gute-Laune-Stütze im Mai bringt unser Feuerwehrfest vom 09.05. – 11.05.2026.








