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Haigern-Seminar 2026: "Übertritt statt Austritt"

Stadt- und Landkreis Heilbronnvon Victoria Roeger, Medienteam KFV Heilbronn

Volles Haus auf dem Hai­gern: 31 Jugend­lei­te­rinnen, Jugend­leiter und Jugend­feu­er­wehr­warte aus dem Stadt- und Land­kreis Heil­bronn kamen am 30. und 31. Oktober zum Hai­gern-Seminar der Kreis­ju­gend­feu­er­wehr Heil­bronn nach Tal­heim, alle Plätze waren ver­geben. Zwei Tage lang drehte sich dort alles um eine Frage: Wie gelingt es, dass junge Men­schen nach der Jugend­feu­er­wehr nicht den Rücken kehren, son­dern den Schritt in die Ein­satz­ab­tei­lung schaffen?

Denn genau zwi­schen 16 und 18 wird es oft eng: Schule, Aus­bil­dung oder Stu­dium werden ernster, der Ter­min­ka­lender voller, und so manche oder man­cher Jugend­liche ver­ab­schiedet sich still und leise aus der Feu­er­wehr. Genau hier setzte das Seminar unter dem Titel „Übert­ritt statt Aus­tritt" an.

Am Frei­tag­abend ging es zunächst ans Ein­ge­machte: Nach einem Impuls­vor­trag des Kreis­ju­gend­feu­er­wehr­warts Tim Zart­mann, der erklärte, warum der Weg von der Jugend­feu­er­wehr in die Ein­satz­ab­tei­lung so oft abbricht, machten sich die Teil­neh­menden in gemischten Klein­gruppen an die Arbeit. Auf Zeit­strahl-Pla­katen hielten sie fest, in wel­chem Alter und aus wel­chen Gründen Jugend­liche in den eigenen Gemeinden den Anschluss ver­lieren und wo ein Übert­ritt bereits gut gelungen ist. Beim infor­mellen Aus­klang wurden dann noch wert­volle Kon­takte zwi­schen den Anwe­senden geknüpft. Wie immer ist auch das ein zen­traler Punkt des Semi­nars!

Am Samstag hieß es: raus aus dem Semi­nar­raum. Bei der The­men­wan­de­rung „Der Weg zum Übert­ritt" gingen drei Gruppen mit vier The­mens­stops rund rund drei Stunden über den Hai­gern, der Weg stand dabei sym­bo­lisch für den Übergang von der Jugend­gruppe in die Ein­satz­ab­tei­lung. An den Stops ging es um die Per­spek­tive der Jugend­li­chen, um recht­liche Rah­men­be­din­gungen wie die Auf­nahme in die Ein­satz­ab­tei­lung ab 17 Jahren nach dem baden-württem­ber­gi­schen Feu­er­wehr­ge­setz, um die Frage, wer den Übert­ritt eigent­lich begleiten kann (Jugend­lei­tung, Wehrführung, Eltern oder Paten), und um Ideen für einen Pro­jekttag des Kreis­feu­er­wehr­ver­bandes, bei dem Jugend­liche die Ein­satz­ab­tei­lung an Mit­mach­sta­tionen hautnah aus­pro­bieren können. Bei herr­li­chem Son­nen­schein und mit einer Kaffee-, Tee- und Bre­zel­pause ging die Zeit schnell vorüber.

Am Nach­mittag wurden die Wan­der­ergeb­nisse in drei Werk­statt-Gruppen zu Ende gedacht: Die einen ent­warfen die „Blau­pause" für den Pro­jekttag mit Sta­ti­ons­liste und Orga­ni­sa­ti­ons­rahmen, die zweiten ent­wi­ckelten eine Vor­lage für den indi­vi­du­ellen „Übert­ritts­fahr­plan" der Gemeinden, die dritten packten eine Maßnah­men­kiste für die soziale Beglei­tung mit Paten­schaften und gemein­samen Ter­minen von Jugend­feu­er­wehr und Ein­satz­ab­tei­lung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Mit dem Hai­gern-Seminar, das an das lan­des­weite Pro­jekt „17½: Übert­ritt statt Aus­tritt" der Jugend­feu­er­wehr Baden-Württem­berg anknüpft, hat die Kreis­ju­gend­feu­er­wehr Heil­bronn einen wich­tigen Grund­stein gelegt: Der Pro­jekttag „Übergang zur Ein­satz­ab­tei­lung" ist mit Sta­ti­ons­ideen, Ablauf­plan und Ver­ant­wort­lich­keiten auf dem Weg zur Umset­zung. Geplant ist, 2027 das Pro­jekt als Akti­onstag für alle inter­es­sierten Jugend­li­chen zwi­schen 16 und 18 aus den Jugend­feu­er­wehren im Stadt- und Land­kreis Heil­bronn umzu­setzen. Die Kreis­ju­gend­feu­er­wehr dankt allen 31 Teil­neh­menden für ihr Enga­ge­ment und dem Team auf dem Hai­gern für die Bewir­tung.

Schon seit Jahren findet im Anschluss an das Hai­gern-Seminar die zweite Dienst­be­spre­chung der Kreis­ju­gend­feu­er­wehr statt, zu der alle Jugend­warte und Jugend­be­treu­enden ein­ge­laden sind. So kamen auch in diesem Jahr wieder viele Ver­tre­te­rinnen und Ver­treter der Jugend­feu­er­wehren auf den Hai­gern. Die Anwe­senden wurden über aktu­elle Themen infor­miert und hatten die Möglich­keit, Feed­back an die Kreis­ju­gend­lei­tung wei­ter­zu­geben. Im Zen­trum stand zudem die Ankündi­gung der Ter­mine für das kom­mende Jahr; alle rele­vanten Infor­ma­tionen werden wie gewohnt recht­zeitig über die bekannten Wege ver­teilt.

Par­allel zur Dienst­be­spre­chung kam auf dem Hai­gern auch das Kreis­ju­gend­forum zusammen, das Treffen der Jugend­spre­che­rinnen und Jugend­spre­cher aus den Jugend­feu­er­wehren. Das soge­nannte Kreis­ju­gend­forum findet mehr­mals im Jahr statt und soll den Jugend­li­chen die Chance auf Betei­li­gung geben: So wurde hier zum Bei­spiel das Pro­gramm für das diesjährige Kreis­zelt­lager erar­beitet. Aus der Mitte des Gre­miums werden außerdem die Kreis­ju­gend­spre­cher gewählt, und auch bei diesem Termin standen wieder Wahlen an. Colin Gerhäuser aus Nord­heim scheidet alters­be­dingt aus dem Amt des stell­ver­tre­tenden Kreis­ju­gend­spre­chers aus, die Amts­zeit von Sarah Eggers aus Weins­berg lief eben­falls aus. Sarah stellte sich erneut zur Wahl und wurde im Amt bestätigt. Neu in die Drei­er­gruppe kommt Lore Blet­zinger aus Leh­ren­steins­feld: Sie unterstützt Kreis­ju­gend­spre­cher Felix Volzer nun für zwei Jahre, gemeinsam mit ihrer Kol­legin Sarah Eggers. Ein Dan­keschön geht an Lore, dass sie sich dieser neuen Auf­gabe stellt.