Feuerwehr Richen setzt auf Geheimzutat für den perfekten Most
Aus Äpfeln, Birnen und Quitten entsteht bei der Feuerwehr Richen jedes Jahr eigener Most. Der soll bei der nächsten Mostprämierung wieder überzeugen – mit einer Geheimzutat.
Herbstzeit ist Erntezeit. Die Früchte auf den Bäumen sind reif, müssen geerntet und verarbeitet werden. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Sofort nach der Ernte verzehren, schockfrosten und eingefrieren, zu Marmelade und Gelee einkochen, einwecken, Saft pressen und Most ansetzen. Letzterem hat sich eine Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Eppingen, Abteilung Richen, verschrieben. Schon seit ein paar Jahren trifft sich der harte Kern um Christoph Varga, Benjamin Schessler, Thilo Kehres und Niklas Pimpl, um gemeinsam mit weiteren Helfern Streuobst zu sammeln und zu verarbeiten.
Es ist Samstagmorgen. Im Schatten des Richener Feuerwehrhauses steht eine Obstpresse, die an diesem Tag unermüdlich im Einsatz sein wird. Davor ein Pkw-Anhänger, gut gefüllt mit Äpfeln. Über 700 Kilogramm fasst der Anhänger, sodass die fleißigen Hände, die die Äpfel in der Ladefläche in Eimer befördern, gut zu tun haben. Mittendrin Lio und Louis. Die Brüder sind mit Feuereifer dabei. Ausgerüstet mit Kehrschaufeln aus Metall schippen sie die Äpfel in die Eimer.
Helfer sind ein eingespieltes Team
Von den Eimern geht es in Drahtkörbe, die ganz in ein Wasserbad getaucht werden, um den gröbsten Schmutz von den Früchten zu waschen. Das funktioniert fast wie am Fließband. Die Helfer sind, das merkt man beim Zuschauen, ein eingespieltes Team. Nach dem kurzen Tauchbad warten die Äpfel darauf, in den Häcksler zu wandern. Wenn man oben in den Trichter ganze Äpfel einfüllt, kommt die Masse unten zerkleinert als dickflüssiger Brei an.
Der Brei wird mit kleinen Eimern in die bereitstehende Presse gefüllt. Und da wartet der wirklich schweißtreibende Teil. Denn der Stempel der Presse wird mit bloßer Muskelkraft nach unten gedrückt. Abteilungskommandant Jens Gebhard übernimmt diese Arbeit. Die Presse stammt aus seiner Familie, sie gehört seinem Bruder. Und so entsteht aus dem zähen Apfelbrei naturtrüber Saft, der Eimer um Eimer in ein 300 Liter Kunststofffass gefüllt wird.
Zu den Äpfeln kommen noch Mostbirnen und Quitten
„Dieses Jahr füllen wir den Saft erst in dieses große Fass und hinterher in kleinere Fässer um“, sagt Varga. „So erreichen wir eine Durchmischung des Safts. Denn wir wollen nicht, dass in jedem kleineren Fass Saft von einem anderen Baum ist.“
„Zu den Äpfeln kommen noch Mostbirnen und Quitten“, sagt Varga beim Gang durch das Feuerwehrhaus und zeigt auf die dort zwischengelagerten Kisten. Dabei fällt auf: Die Mostbirnen sind deutlich kleiner als Tafelbirnen. „Und sehr sauer“, verrät Varga mit einem Grinsen, „wenn man da reinbeißt, schmeckt das wirklich sauer.“ Gewollt, denn der Most, der durch die Gärung des Safts entsteht, braucht auch eine Säure.
Teilnahme an Mostprämierung im März
„Wir machen im März wieder bei der Mostprämierung mit. In den vergangenen Jahren haben wir gemerkt: Wenn ein Most auf der Zunge nicht pelzig schmeckt, dann ist das nicht nach dem Geschmack der Jury. Die Juroren erwarten diesen pelzigen Geschmack.“ In der Nachbarschaft zu den Birnen warten auch noch Körbe mit Quitten.
Aus Äpfeln, Birnen und Quitten entsteht als der Most, der es im nächsten Jahr auf das Treppchen schaffen soll? „Nein, wir haben wieder eine Geheimzutat, die wir aber nicht verraten, sonst machen es uns die anderen vielleicht nach.“
