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Ein Rädchen greift ins andere - Mehrere Feuerwehren aus dem Kraichgau proben auf einem Aussiedlerhof den Ernstfall

Ittlingenvon Nicole Theuer, HSt

Ein Brand auf einem Aus­sied­lerhof ohne öffent­li­ches Hydran­ten­netz, so dass über eine lange Strecke Wasser gefördert werden muss. Diesem Sze­nario stellten sich über 100 Ein­satzkräfte der Feu­er­wehren aus Itt­lingen, Kirchardt, Eppingen und Bad Rap­penau bei einer Großübung auf den For­lenhöfen, die zwi­schen Itt­lingen und Hils­bach liegen. Itt­lin­gens Bürger­meister Kai Koh­len­berger wird nach der Übung von der „größten Übung in der Geschichte der Feu­er­wehr Itt­lingen spre­chen.“

Philipp Kern, Leiter des Was­serförde­rungs­zuges Bad Rap­penau, der für die Her­stel­lung der Was­ser­ver­sor­gung von der Elsenz bis zum mehr als zwei Kilo­meter ent­fernten Übungs­ob­jekt ver­ant­wort­lich war, lobt: „Die gemein­schaft­liche Zusam­men­ar­beit aller ein­ge­setzter Kräfte hat zum Erfolg der Übung bei­getragen.“ Dabei lässt Kern nicht unerwähnt, dass „die Kame­ra­dinnen und Kame­raden der Feu­er­wehr Itt­lingen und Eppingen uns tatkräftig beim Abbau der 2,1 Kilo­meter langen Weg­strecke unterstützt haben.“ Einen beson­deren Dank rich­tete Kern an die Gemeinde Itt­lingen und die Stadt Bad Rap­penau, „dass sie uns Trans­porter zur Rückführung der Schläuche zur Verfügung stellte.“

Kom­plexes Übungs­sze­nario

Die Auf­re­gung am Sams­tag­morgen in Itt­lingen war groß. Was denn im Ort los sei, fragten einige besorgte Ein­wohner die Com­mu­nity in den sozialen Medien, nachdem die ersten Fahr­zeuge mit Blau­licht durch die Käfer­ge­meinde gerollt waren. Wo es den brenne. In der Folge kamen immer mehr Ein­satz­fahr­zeuge, denn Kom­man­dant Flo­rian Hernik hatte ein großes und kom­plexes Übungs­sze­nario aus­ge­ar­beitet. Die besorgten Ein­wohner konnten schnell beru­higt werden. Es gab keinen Ernst­fall, aber es wurde der Ernst­fall unter rea­lis­ti­schen Bedin­gungen geprobt. Im Bereich des Stroh­la­gers auf dem Hof Sch­echter war dem­nach ein Brand aus­ge­bro­chen, der sich schnell zu einem Voll­brand des Dach­stuhls ent­wi­ckelte. Schwie­rig­keit hier: die Pho­to­vol­ta­ik­an­lage auf dem Dach, die eine Brandbekämpfung sehr schwierig macht.

In der Folge breitet sich der Brand weiter aus, droht auf das Die­sel­lager über­zu­greifen, und die im Stall befind­li­chen Tiere sind auch von Feuer und Rauch bedroht. Das bedeutet, dass neben den zuerst ausrückenden Wehren aus Itt­lingen und Kirchardt die Wehren aus Eppingen und der Was­serförde­rungszug aus Bad Rap­penau nach­ge­for­dert werden müssen. „Wir haben hier nur das Wasser aus einer alten Trink­was­ser­lei­tung. Das sind 30.000 Liter, somit ist die Ver­sor­gung end­lich“, erklärt Hernik.

Zudem wird die Führungs­un­terstützungs­ein­heit des Land­kreises, die mit Wehr­leuten aus Neckar­sulm und Gun­dels­heim besetzt ist, nach­ge­for­dert. „Bei einem Brand dieser Größe wäre die Führungs­un­terstützungs­ein­heit auf jeden Fall da“, erklärt Hernik, der in die Rolle des Übungs­be­ob­ach­ters geschlüpft ist und seinem Stell­ver­treter Maxi­mi­lian Keller die Ein­satz­lei­tung übert­ragen hat. Neben dieser Ein­heit sind auch die Ein­satz­leit­wagen aus Eppingen und Heins­heim vor Ort. Eine Unterstützung, die die Ein­satzkräfte zu schätzen wissen, denn Hernik belässt es nicht beim ursprünglich ange­nom­menen Sze­nario, son­dern hat sich für den Ver­lauf der rund 150 Minuten dau­ernden Übung noch wei­tere Erschwer­nisse aus­ge­dacht.

Gefahr für die Umwelt

So wird ange­nommen, dass zweimal ein Schlauch platzt, dass das Löschwasser, das über die Schlauch­lei­tung in einen Löschwas­serbehälter gepumpt wird, aus­geht und zu guter Letzt auch noch ein Spa­ziergänger auf einem Feldweg einen schwarzen Klumpen findet, der die Befürch­tung laut werden lässt, ein Eter­nit­dach brenne und es könnte eine Gefahr für die Umwelt bestehen. „Bei einem realen Brand­ge­schehen würden wir im Ver­lauf des Ein­satzes noch wei­tere Kräfte nach­for­dern, die die Was­ser­ver­sor­gung durch Abrollbehälter sicher­stellen“, erklärt Hernik. Und, es wären auch Ret­tungskräfte vom DRK und die Polizei vor Ort.“ Auf deren Teil­nahme hat Hernik an diesem Übungstag ver­zichtet. Auch ohne diese beiden Orga­ni­sa­tionen kommen 109 Ein­satzkräfte und 30 Fahr­zeuge zusammen.