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150 Jahre im Dienste der Bevölkerung - Freiwillige Feuerwehr Abt. Heinsheim

Bad Rappenauvon Nicole Theuer, HSt

150 Jahre im Dienste der Bevölke­rung

BAD RAP­PENAU

Feu­er­wehr in Heins­heim freut sich auf Jubiläums­fest – Blick auf die Ent­ste­hungs­ge­schichte

Von Nicole Theuer

Man schreibt das Jahr 1875, Albert Schweitzer wird geboren, im Deut­schen Reich schreibt das neue Reichs­ge­setz über die „Beur­kun­dung des Per­so­nen­stands und die Ehe­schließung“ die obli­ga­to­ri­sche Zivilehe vor und lässt die Ehe­schei­dung zu. Und im kleinen Heins­heim finden sich Männer, die eine frei­wil­lige Feu­er­wehr gründen. Dieses Jubiläum feiert die Abtei­lung der Frei­wil­ligen Feu­er­wehr Bad Rap­penau mit einem zweitägigen Fest.

Josef-Müller-Halle oder Feu­er­wehr­haus in der Schäfer­gasse – diese beiden Optionen standen zur Aus­wahl. „Es war recht schnell klar, dass wir hier im Feu­er­wehr­haus feiern werden“, macht Felix Nägelein, stell­ver­tre­tender Abtei­lungs­kom­man­dant in Heins­heim, im Gespräch mit der Kraichgau Stimme deut­lich. „Hier haben wir den Bezug zur Feu­er­wehr, hier sind wir mitten im Ort, und genau das wollen wir. Wir möchten mit der Bevölke­rung ins Gespräch kommen, und viel­leicht gelingt es uns, auch den einen oder anderen für die Feu­er­wehr zu begeis­tern.“ Das ist Nägelein und Abtei­lungs­kom­man­dant Max Elser wichtig, denn die Abtei­lung hat ein paar Sorgen. „Wir haben eine Lücke in der Alters­stufe von 30 Jahre bis Mitte 40“, berichtet Elser.

Froh sind die beiden , die die Lei­tung der Abtei­lung vor vier Jahren über­nommen haben, dass „wir eine funk­tio­nie­rende Jugend­ab­tei­lung haben.“ Man könne sich glücklich schätzen, so Nägelein, „dass unsere Jugend so gefördert wird“.

Gut­auf­ge­stellt Dass das Leben in einer kleinen Abtei­lung nicht lang­weilig ist, steht für Elser und Nägelein fest. „Wir haben 17 Aktive und sind tech­nisch gut auf­ge­stellt“, wirbt Nägelein: „Unsere Aus­stat­tung ist so, dass wir unsere Auf­gaben gut bewältigen können, und der ELW 1 sorgt dafür, dass wir regelmäßig am Ein­satz­ge­schehen betei­ligt sind. So können wir das in den Übungen Erlernte auch ein­setzen.“ Und noch einen Vor­teil sehen Elser und Nägelein in ihrer Abtei­lung. „Wir haben die Orts­kennt­nisse. Das ist bei­spiels­weise wichtig, wenn wir zu einer Türöffnung gerufen werden.“ Tech­nisch könne man nicht viel machen, da die Werk­zeuge in der Kern­stadt sind. Aber durch die Alar­mie­rung steige die Wahr­schein­lich­keit, dass jemand wisse, wo der Ersatz­schlüssel depo­niert ist und, wie man auf anderem Wege in das Objekt kommt.

Felix Nägelein berichtet außerdem: „Vor einigen Jahren wurde unser Feu­er­wehr­haus reno­viert, jetzt haben wir noch neue Fenster bekommen und die Fas­sade wurde her­ge­richtet.“ Ins­ge­samt, so Nägelein, „sind wir von den Räumlich­keiten und Gerätschaften her attraktiv.“ Das kann Mat­thias Kampp, Vorgänger von Max Elser, nur bestätigen. „Wir sind attrak­tiver geworden. Dafür war der Umbau 2018/19 enorm wichtig.“ Wichtig ist in seinen Augen auch, dass inzwi­schen viel auf Social Media gemacht wird.

Neben den „nor­malen“ Ausrüstungs­ge­genständen verfügt die Abtei­lung Heins­heim, bedingt durch ihre Lage am Neckar, über eine Beson­der­heit: ein Boot. Das ist inzwi­schen in die Jahre gekommen und wird in den nächsten Monaten durch ein moder­neres, größeres ersetzt. „Es hat sich viel getan, wenn man bedenkt, dass 1875 mit einer Hand­druck­spritze begonnen worden ist“, meint Felix Nägelein mit einem Grinsen.

Bran­dim­Stuhl­lager Bli­cken die beiden Ver­ant­wort­li­chen auf ihre Amts­zeit zurück, dann fällt Max Elser als blei­bendes Ereignis sofort das Feuer im Stuhl­lager ober­halb des Ortes ein. „Das war der größte Brand auf unserer Gemar­kung in den ver­gan­genen Jahr­zehnten. Glückli­cher­weise ist alles gut ver­laufen und es gab keine Per­so­nenschäden.“

Fest­lich­keiten

Das Wochen­ende des 17. und 18. Mai steht in Heins­heim ganz im Zei­chen des Jubiläums. Am Samstag um 16 Uhr wird das Fest im Feu­er­wehr­haus und der angren­zenden Schäfer­gasse mit einem Fass­an­stich eröffnet. Danach gibt es Fest­be­trieb, der ab 20 Uhr in die Jubiläums­party mit DJ SteveR und Bar­be­trieb über­geht. Sonn­tags geht es nach dem ökume­ni­schen Got­tes­dienst weiter. Es gibt Mit­tags­tisch, dem Kaffee und Kuchen folgen. Ab 14 Uhr tritt als High­light Schla­gersänger Chris­tian Enge­lauf. nit

Bild:

Zu einem ange­nom­menen Brand im Feu­er­wehr­haus eilten die Heins­heimer Brandbekämpfer bei ihrer Übung.

Foto: Franz Theuer